Online-Plattform Hollaback! in Dresden gestartet

Published by in Planet on Mai 18th, 2012

Seit gut einem Monat existiert in Dresden das Online-Projekt “Hollaback!”- ‚Brüll zurück!‘. Auf der Seite haben Menschen, die von sexuellen Belästigungen betroffen gewesen sind, die Möglichkeit, ihre eigene Geschichte zu erzählen und professionelle Hilfe zu bekommen. Ziel des Projektes ist es, das Problem der Belästigungen öffentlich zu machen und den Betroffenen damit zu zeigen, dass sie nicht allein sind.

Beinahe jede Frau wurde schon einmal belästigt oder sogar Opfer eines sexuellen Übergriffs. Der Schritt von ungewollten Belästigungen bis zu einer Vergewaltigung ist nicht groß und kann nur dadurch verhindert werden, dass Menschen lernen, sich entsprechend zu verhalten und Fehlverhalten für die Täter Konsequenzen hat. Wie das funktionieren kann, zeigt das auf der Webseite dokumentierte Beispiel aus der Dresdner Chemiefabrik, bei dem das Einlasspersonal in die Pflicht genommen wurde und anschließend Personen von der Party warf.

“Hollaback! Dresden und Umgebung” ist Teil der international vernetzten Hollaback-Bewegung, die ihren Ursprung 2005 in New York nahm. Gründerin Emily May empfand es als “frustrierend”, dass es keine Antwort ­darauf gab, wie eine Frau eigentlich mit diesen täglichen Übergriffen umgehen soll und entschloss sich das Projekt zu initiieren, um damit sexualisierten Übergriffen auf der Straße ein Ende zu setzen. Inzwischen gibt es bereits in 17 Ländern und bald 52 verschiedenen Städten Hollaback-Internetseiten auf denen sich Betroffene austauschen und informieren können.

Artikel zum Thema: Gegenwehr – Brüll zurück!

Online-Plattform Hollaback! in Dresden gestartet

Published by in Planet on Mai 18th, 2012

Seit gut einem Monat existiert in Dresden das Online-Projekt “Hollaback!”- ‚Brüll zurück!‘. Auf der Seite haben Menschen, die von sexuellen Belästigungen betroffen gewesen sind, die Möglichkeit, ihre eigene Geschichte zu erzählen und professionelle Hilfe zu bekommen. Ziel des Projektes ist es, das Problem der Belästigungen öffentlich zu machen und den Betroffenen damit zu zeigen, dass sie nicht allein sind.

Beinahe jede Frau wurde schon einmal belästigt oder sogar Opfer eines sexuellen Übergriffs. Der Schritt von ungewollten Belästigungen bis zu einer Vergewaltigung ist nicht groß und kann nur dadurch verhindert werden, dass Menschen lernen, sich entsprechend zu verhalten und Fehlverhalten für die Täter Konsequenzen hat. Wie das funktionieren kann, zeigt das auf der Webseite dokumentierte Beispiel aus der Dresdner Chemiefabrik, bei dem das Einlasspersonal in die Pflicht genommen wurde und anschließend Personen von der Party warf.

“Hollaback! Dresden und Umgebung” ist Teil der international vernetzten Hollaback-Bewegung, die ihren Ursprung 2005 in New York nahm. Gründerin Emily May empfand es als “frustrierend”, dass es keine Antwort ­darauf gab, wie eine Frau eigentlich mit diesen täglichen Übergriffen umgehen soll und entschloss sich das Projekt zu initiieren, um damit sexualisierten Übergriffen auf der Straße ein Ende zu setzen. Inzwischen gibt es bereits in 17 Ländern und bald 52 verschiedenen Städten Hollaback-Internetseiten auf denen sich Betroffene austauschen und informieren können.

Artikel zum Thema: Gegenwehr – Brüll zurück!

Der Verweigerer

Published by in Pirna, Planet on Mai 16th, 2012

Steffen Richter und sein Verein gegen Rassismus in Pirna legen sich mit der großen Politik an. Angefangen hat alles mit einem Verzicht.

Quelle: Sächsische Zeitung (15.05.2012)

Proteste für einen Frühjahrsputz in der Bildungspolitik

Published by in Planet on Mai 11th, 2012

Mehr als 3.000 Menschen demonstrierten gestern lautstark in der Sächsischen Landeshauptstadt gegen die Sparpolitik der schwarz-gelben Landesregierung. Dabei zogen Studierende aus Chemnitz, Leipzig und Dresden bei sommerlichen Temperaturen aus dem Süden der Stadt bis vor den Sächsischen Landtag, der von der Polizei hermetisch abgeriegelt worden war. Am Carolaplatz folgten etwa 500 Schülerinnen und Schüler dem Aufruf nach Protesten und schlossen sich dem Demonstrationszug der Studierenden an, um gemeinsam gegen die Stellenkürzungen an Hochschulen und den zunehmenden Lehrkräftemangel an Schulen zu protestieren. Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer lag in diesem Jahr mit etwa 3.500 deutlich unter denen von noch vor vier Jahren. Damals waren knapp 7.000 Menschen gegen das neue Hochschulgesetz auf die Straße gegangen. Dabei war es vor dem Eingang zum Landtag auch zu Rangeleien mit der Polizei gekommen.

Unter dem Motto: “Die Tage länger, die Mittel kürzer – Frühjahrsputz in der Bildungspolitik” hatte die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) und der LandesSchülerRat Sachsen (LSR) zu Protesten gegen die Bildungspolitik der Sächsischen Landesregierung aufgerufen. Mit Unterstützung der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte Daniel Rehda, der Sprecher der KSS, angesichts steigender Schülerinnen- und Schülerzahlen eine finanzielle Aufstockung in den anstehenden Haushaltverhandlungen als “unumgänglich” bezeichnet. So würden zwar die Immatrikulationszahlen an den Sächsischen Universitäten seit Jahren steigen, zeitgleich jedoch die Abhängigkeit der Lehre von Quer- und Drittmittelfinanzierung durch Kürzungen bei Mitteln und Stellen für die Hochschulen noch gefördert.

SchülerInnen Block auf der Demonstration

SchülerInnen Block auf der Demonstration

Als Ergebnis aus den Protesten hatte sich die verantwortliche Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer, einen Tag vor der Demonstration zu Gesprächen mit der KSS über die Situation an den Hochschulen die und Aussetzung der geplanten Streichungen von 300 Stellen bis 2020 bereit erklärt. Zuvor war bekannt geworden, dass die aktuellen Studierendenzahlen von der Landesregierung zu niedrig prognostiziert worden waren. Als erste Konsequenz aus den steigenden Zahlen hatte von Schorlemer Defizite in den erstellten Prognosen eingeräumt und zusätzliche finanzielle Mittel für die Lehrerinnen und Lehrerausbildung an den Hochschulen angekündigt, um damit bereits zum anstehenden Wintersemester 2012/2013 rund 150 zusätzliche Stellen zu schaffen.

In einem Flugblatt äußerten einige Demonstrantinnen und Demonstranten ihre Kritik an der Veranstaltung. Darin forderten sie eine “radikale politische Perspektive jenseits von sächsischer Treue und unnötiger Selbstbeschränkung”. So sei die Ökonomisierung aller Lebensbereiche und wachsender Konkurrenzdruck auch Teil sächsischer Bildungspolitik die letztlich nur dazu dient, Ungleichheit zu verfestigen, um damit den Wirtschaftsstandort Sachsen wettbewerbsfähiger zu machen. Dazu verwiesen sie auf die prekarisierte Lage von Akademikerinnen und Akademikern in den von der aktuellen Wirtschaftskrise besonders betroffenen Ländern Südeuropas und forderten die protestierenden Menschen auf, “freie Bildung mit transnationaler Solidarität zu verbinden”.

Insgesamt studieren an den staatlichen Hochschulen Sachsens knapp 110.000 Studentinnen und Studenten. Im April hatte die KSS gemeinsam mit der LRS eine engere Kooperation beschlossen, um damit einen “regelmäßigen Austausch” zwischen den beiden Institutionen zu verbessern. Der LandesSchülerRat Sachsens vertritt die Interessen von über 370.000 Schülerinnen und Schülern.

Aktionsseite zum Tag: Die Tage länger! Die Mittel kürzer!

Eklat im Plauener Rathaus: Stadtrat Jahn muss Sitzung verlassen

Published by in Planet on Mai 10th, 2012

Der Plauener SPD-Stadtrat Sven Jahn (Andy Darby) ist Dienstagnachmittag aus der Stadtratssitzung geflogen. Er trug ein T-Shirt mit den Aufschriften “Aufhängen oder Therapie?” und auf der Rückseite “Herr schick Hirn!” [...] Jahn wollte mit dem Auftritt nicht nur auf die Debatte rund um die Äußerungen von CDU-Stadtrat Dieter Blechschmidt zur Homosexualität anspielen und provozieren. Aufmerksam wollte er auch auf christlichen Fundamentalismus machen.

Quelle: Vogtland Anzeiger (09.05.2012)

Befreiung? Selbstverständlich.

Published by in Antifa, Planet, Sachsen on Mai 9th, 2012

Gleichzeitig zur geplanten Abschiebung einer 22jährigen Roma fand auf den Dresdner Elbwiesen unweit der Albertbrücke ein 8. Mai Befreiungs Open Air statt an dem sich in diesem Jahr knapp 400 Menschen beteiligten. Mit Feuerwerk, Transparenten und elektronischer Musik wurde unter den Augen der Polizei bis 22 Uhr an den 67. Jahrestag der Befreiung erinnert. Während es in Dresden von offizieller Seite auch auf Nachfrage in diesem Jahr keine öffentliche Veranstaltung zu dem Thema gibt und stattdessen von der Stadt auf den alljährlichen Trauermarathon im Februar (!) und den Tag der Deutschen Einheit verwiesen wird, zeigten die zumeist jungen Menschen nun schon zum dritten Mal in Folge, dass der 8. Mai und die militärische Zerschlagung Nazideutschlands auch ein Grund zum Feiern sein kann.

Weit über 300 Menschen feierten an der Elbe den Tag der Befreiung

Weit über 300 Menschen feierten an der Elbe den Tag der Befreiung

Wenn an einem geschichtsträchtigen Tag wie dem 8. Mai am Hauptbahnhof die Abschiebung einer jungen Roma unter dem Einsatz massiver staatlicher Gewalt durchgeprügelt wird, zeugt das nicht nur von mangelndem Geschichtsbewusstsein und einer rassistischen Abschiebepraxis, sondern eben auch von Kontinuitäten in einer sich nach Außen demokratisch und weltoffen gebenden deutschen Gesellschaft. Aus diesem Grund ist es auch 67 Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation Nazideutschlands wichtig, an die Ereignisse zu erinnern und den rassistischen Normalzustand im hier und jetzt zu thematisieren. Während der Tag von 1950 bis 1966 und 1985 gesetzlicher Feiertag in der DDR gewesen ist, gilt der 8. oder 9. Mai zum Beispiel in der ehemaligen Sowjetunion, Frankreich, Tschechien und der Slowakei noch immer als offizieller Feiertag.

Proteste gegen Abschiebung einer jungen Roma nach Serbien

Published by in Antifa, Planet on Mai 9th, 2012

Gegen die geplante Abschiebung einer 22-jährigen Roma und ihres kleinen Kindes nach Serbien protestierten gestern hinter dem Dresdner Hauptbahnhof auf einer Kundgebung mehr als 100 zumeist junge Menschen. Auf die Versuche, die Abfahrt des Reisebusses in die serbische Hauptstadt Belgrad mit Sitzblockaden zu verhindern, reagierten die eingesetzten etwa 70 Beamtinnen und Beamten mit gezielten Faustschlägen, verbalen Attacken und dem Einsatz von Pfefferspray. Dabei wurden mehrere der protestierenden Menschen leicht verletzt. Auch auf Nachfragen nach Namen und Dienstnummer reagierte die mit der Situation sichtlich überforderte Polizei äußerst aggressiv. Einer Pressemitteilung der Dresdner Polizei zufolge sei von insgesamt sieben Personen die Personalien festgestellt worden, gegen sie wird jetzt wegen des “Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz” ermittelt.

Sie versuchten immer wieder die Abfahrt des Busses zu verhindern

Sie versuchten immer wieder die Abfahrt des Busses zu verhindern

Im Fall der jungen Frau hatten die Behörden sie, nachdem ihr Asylantrag zum zweiten Mal abgelehnt worden war, eine so genannten “Freiwilligkeitserklärung” unterschreiben lassen, bei der weder ein Rechtsbeistand noch ein Dolmetscher anwesend waren. Zuvor war ihr Bruder unter menschenunwürdigen Bedingungen von der Polizei inhaftiert und gegen seinen Willen aus dem ostsächsischen Zittau nach Serbien abgeschoben worden. Die Kosten für die Abschiebung mit dem Bus musste die Frau selbst tragen. Die Abschiebung in eines der romafeindlichsten Länder macht die inhumane Praxis deutscher Asylpraxis deutlich, bei der Menschen keine reale Chance bekommen, Asyl zu beantragen, um damit ihrer Verfolgung und Unterdrückung zu entkommen. Die Situation für ethnische Minderheiten wie Sinti und Roma ist in zahlreichen ehemaligen Ostblockstaaten katastrophal, erst kürzlich waren bei Ausschreitungen von Bewohnerinnen und Bewohnern eines Belgrader Vorortes 14 Sinti und Roma verletzt worden.

Auch mittels Sitzblockaden wurde die Abschiebung zeitlich verzögert

Auch mittels Sitzblockaden wurde die Abschiebung zeitlich verzögert

Das Netzwerk “Asyl, Migration, Flucht” forderte in ihrer Stellungnahme die Verantwortlichen der Sächsischen Landeshauptstadt dazu auf, die “menschenverachtende Praxis der Abschiebungen zu beenden” und bei Einzelfallprüfungen wie im Fall der jungen Frau aus Zittau, die Teilnahme von Rechtsbeiständen und Dolmetschern zu garantieren. Auf diese Abschiebepraxis hatten in Dresden innerhalb kürzester Zeit mehr als 100 Menschen mit Transparenten und Sprechchören reagiert. Das zum Teil brutale Vorgehen von Teilen der Polizei hat dabei noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig Solidaritätsaktionen gegen die gängige Abschiebepraxis in Deutschland und Forderungen nach einer generellen Kennzeichnungspflicht für die Polizei sind.

Zeitungsartikel in der DNN: Demo in Dresden gegen Abschiebung – rund 100 Personen protestieren am Hauptbahnhof

FAU-Demo in Dresden: “Geschichte wird gemacht – ab jetzt von unten”

Published by in Planet on Mai 4th, 2012

Am 1. Mai hatte das Allgemeine Syndikat Dresden zu einer Demonstration eingeladen. Etwa 90 Menschen folgten ihrem Aufruf für einen politischen Generalstreik und zogen bei hochsommerlichen Temperaturen vom Schlesischen Platz vor dem Neustädter Bahnhof in Richtung Pieschen. Trotz der fast 7 Kilometer langen Route und einer versuchten unfreiwilligen Dusche auf der Leipziger Straße, bewerteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Veranstaltung in einer anschließenden Auswertung als insgesamt positiv. Die dennoch überschaubare Anzahl an Teilnehmenden hatte ihrer Ansicht nach einerseits mit zahlreichen anderen konkurrierenden Veranstaltungen am 1. Mai zu tun und lag andererseits auch an der geringen Mobilisierung im Vorfeld der Veranstaltung.

In ihrem Aufruf kritisierten die Veranstalterinnen und Veranstalter aus dem Umfeld der “Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter Union” unter anderem die anhaltende staatliche Repression gegen Teile der “außerparlamentarischen Opposition” und forderten angesichts einer “anhaltenden Verschärfung des urbanen Wohnungsmarktes” eine “Kollektivierung von Betrieben, Freiflächen und Häusern”. Außerdem verurteilten sie den ihrer Ansicht nach immer weiter vorangetriebenen Abbau sozialer Grundrechte und die gleichzeitig damit einhergehenden “mangelnden Selbstbestimmungsmöglichkeiten bei der Gestaltung der Stadt Dresden”.

FAU Demonstration in Dresden

Auf mehreren Zwischenkundgebungen informierten sie die Bevölkerung in Redebeiträgen und mit etlichen Transparenten über ihr Anliegen. So wurde beispielsweise am 2010 kurzzeitig besetzten Hauses in der Liststraße 8 auf die Entwicklung des Dresdner Wohnungsmarktes und dessen Auswirkungen für Obdachlose und Geringverdienende hingewiesen. Auf der Abschlusskundgebung am Ausgangspunkt ihrer Demonstration rief schließlich ein Mitglied der FAU-Initiative aus Chemnitz die Anwesenden zu einer “solidarischen Organisierung in allen Lebensbereichen” auf.

Umfassender Bericht: Aktionsbericht – Libertäre 1. Mai-Demo 2012 in Dresden

18 Quadratmeter im Kerzenschein, Integration auf Sächsisch am Beispiel Kamenz

Published by in Planet, Sachsen on Mai 4th, 2012

Im ostsächsischen Kamenz eröffnete vor einigen Wochen eine neue Unterkunft für Asylsuchende im Landkreis Bautzen. 340 Flüchtlinge leben nun in einem sanierten ehemaligen Polizeigebäude. In der Massenunterkunft müssen sich drei BewohnerInnen Zimmer von nur 18 Quadratmetern teilen.

Quelle: Initiative “Pogrom 91″ (30.04.2012)

Breite Proteste bei NPD-Aufmarsch in Bautzen

Published by in Antifa, Bautzen, Planet on Mai 3rd, 2012

Am 1. Mai demonstrierten in Bautzen nach Polizeiangaben etwa 250 Nazis begleitet von lautstarken Protesten durch die Straßen der ostsächsischen Kleinstadt. Obwohl für den Aufmarsch bei dem u.a. NPD-Parteichef Holger Apfel und Landeschef Mario Löffler im Vorfeld mit Unterstützung der “Freien Kräfte” geworben worden war, fanden lediglich der stellvertretende NPD-Landesvorsitzende Maik Scheffler aus Delitzsch und einige wenige Nazis aus dem Umfeld der “Freien Kräfte” den Weg nach Bautzen. Nachdem sie im vergangenen Jahr den Ort noch in den Abendstunden aufgesucht hatten, um maskiert und mit Fackeln ausgestattet als so genannte “Unsterbliche” durch die menschenleeren Straßen der Altstadt zu ziehen und damit die Hausdurchsuchungen durch staatliche Ermittlungsbehörden zu Beginn dieses Jahres geradezu herauszufordern, zogen sie es in diesem Jahr vor, ihre Veranstaltung vorab anzumelden.

Während des Aufmarsches versuchten immer wieder etliche hundert Gegendemonstrantinnen und Gegendemonstranten auf die Route der Demonstration zu kommen und schafften es schließlich, diese zu blockieren und damit eine Routenänderung durchzusetzen. Zeitgleich fand in unmittelbarer Nähe zum Naziaufmarsch in der Innenstadt ein gut besuchtes Familienfest statt, auf dem die bekannte Bautzner Band “Silbermond” auftrat und welches von rund 1.500 Menschen besucht wurde. Zu den Protesten aufgerufen hatte neben dem Oberbürgermeister der Stadt Bautzen auch das lokale Bündnis “Bautzen l(i)ebt bunt“, welches sich aus Gewerkschaften, Vereinen, Initiativen und Parteien zusammensetzt.

Am Rande des Aufmarsches kam es zu einem Zwischenfall, bei dem die Grüne Landtagsabgeordnete Annekathrin Giegengack einer Pressemitteilung zufolge auf dem Weg zu einer angemeldeten Kundgebung durch einen Polizisten “gewaltsam zu Boden geworfen wurde”. Nach dem Übergriff unterließ es der besagte Beamte, Hilfe zu leisten und verhinderte dass Menschen der leicht verletzten Parlamentarierin zu Hilfe kommen konnten. Auch auf Nachfrage war der Polizist im Anschluss nicht bereit, seinen Namen, Dienstnummer und Einheit zu nennen. Die Abgeordnete kündigte eine Anzeige wegen Körperverletzung an und forderte eine “Kennzeichnungspflicht für Polizisten” in Sachsen.

Nur einen Tag später fühlten sich einige ostsächsische Nazis ermuntert und warfen zum mittlerweile vierten Mal in den letzten beiden Jahren einige Scheiben des Wahlkreisbüros der Bundestagsabgeordneten Caren Lay (Die Linke) in Hoyerswerda ein, nachdem ihnen zuvor der Zutritt zu den Räumlichkeiten der Partei verweigert worden war. Im direkten Umfeld stellte die Polizei wenig später die Personalien von drei Personen fest und ermittelt nun wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Weiterer Bericht: Bautzen: Nazis blockiert – Route verkürzt

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